Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

So kann Kommunikation gelingen

Googelt man nach dem Suchbegriff Kommunikationspsychologie, erhält man eine Trefferquote von ca. 168 000  Eintragungen. Spätestens jetzt wird einem bewusst, wie gefragt dieses Thema ist.


Und schauen wir uns bei der beliebten Informationsplattform Wikipedia um, werden wir mit unzähligen Kommunikationstheorien namhafter Kommunikationsforscher überhäuft.


• Da gibt es da das Sender – Empfänger Modell von Schulz
• Die vier Seiten einer Nachricht
• Kommunikationstheorien von Watzlavik, wie z.B. sein berühmtes Zitat: Man kann nicht nicht kommunizieren
• Kommunikationstheorien nach Virginia Satir – einer bekannten Familientherapeutin
• Das Modell von NLP

 

Doch was ist das Geheimnis einer guten Kommunikation?


Alle Theorien haben eines gemeinsam – es geht immer um Emotionen – und der Identifikation und Bewertungen zwischen Sendern und Empfängern.
Es kommt also nicht nur darauf an, was und wie jemand etwas sagt und tut, sondern genauso darauf, was und wie der andere es aufnimmt. Gesagtes und Gehörtes stimmen nicht automatisch überein. Wenn wir Kommunikation analysieren, ist es deshalb wichtig, zwischen Sender und Empfänger einer Nachricht zu unterscheiden.

In unserem heutigen Blogartikel beschäftigen wir uns mit der Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg (GFK).


Häufig wird auch die Bezeichnung „Giraffensprache“ oder die „Sprache des Herzens“ verwendet, da die Giraffe das Landtier mit dem größten Herzen ist und so symbolisch für eine einfühlsame Kommunikation steht.
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg führt zu einem besseren Ausdruck der eigenen Gefühle und den respektvollen Umgang der Bedürfnisse unseres Gesprächspartners für das menschliche Miteinander!!


Folgende Potenziale birgt die gewaltfreie Kommunikation in sich:


• Authentizität: schwierige Zusammenhänge wertschätzend ansprechen
• Empathie: durch aktives Zuhören wirklich verstehen, welche Bedürfnisse und Gefühle der Gesprächspartner hat
 Selbstreflektion: innere Klarheit in emotionalen Situationen gewinnen
• WIN – WIN Lösungen finden: gute Lösungen für die Bedürfnisse aller Beteiligten finden
• Emotionale Kompetenz fördern: Mit Ärger konstruktiv umgehen
• Soziale Kompetenz fördern: Konstruktives Feedback geben
• Teamkompetenz: Die Teamkompetenz durch erfolgreiche Zusammenarbeit fördern
• Innere Haltung und Wertschätzung: Eigene Gelassenheit finden und ein gutes Miteinander fördern.

Es geht also bei der Gewaltfreien Kommunikation um einen wertschätzenden Umgang miteinander, so dass Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse Raum haben, für ein besseres Verstehen, eine bessere Verbindung und ein gegenseitiges Wohlwollen.


Unter gewaltfreier Kommunikation verstehen wir dass:


• Alles was uns Menschen motiviert, einer positiven Absicht entspringt um seine Bedürfnisse zu erfüllen.
• Dass ein positives „Miteinander“ für die Bedürfnisserfüllung aller an der Kommunikation Beteiligten sinnvoll ist.


Und gehen wir von der Grundhaltung aus, dass Menschen von Natur aus Freude daran haben, für andere da zu sein, wenn sie es aus eigener Motivation heraus geschieht.


Schauen wir uns die vier Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) näher an:


Da gilt es:


1. Beobachten - ohne zu urteilen
2. Gefühle annehmen - ohne zu interpretieren
3. Eigene Bedürfnisse erkennen – sie bereichern unser Leben
4. Bitten-ohne zu Fordern

1. Beobachten – ohne zu urteilen


Im ersten Schritt ist es schon eine Herausforderung sich darauf zu beschränken sich zurückzuhalten und sich nur auf das Beobachten einer Situation zu konzentrieren. Oft ist man in seinen emotionalen Grundmustern so gefangen, dass dies einiges an Übung und Wiederholung erfordert. Konzentrieren Sie sich auf sich und nicht auf die Situation. Betrachten Sie die Situation aus der Metaperspektive und vermeiden Sie Abwertungen und voreilige Beschimpfungen.  Eine kurze Pause und ein tiefes Einatmen ist ebenfalls eine tolle Idee bevor eine Reaktion erfolgt.


2. Gefühle annehmen – ohne zu interpretieren


Haben Sie schon einmal etwas von kalibrierenden Schleifen gehört? Unter einer kalibrierenden Schleife versteht man einen automatisch ablaufenden Prozess, in dem eine Person etwas tut oder sagt, worauf der Gesprächspartner oder der an einer Interaktion Beteiligten mit einem persönlichen Verhaltensmuster reagiert. Dieses Verhaltensmuster wiederum führt bei der anderen Person zu einem ebenfalls bekannten Reaktionsmuster, das das Verhalten der ersten Person noch einmal verstärkt.
Also, steigen Sie aus, aus dem Reiz Reaktionsschema. Nehmen Sie Ihre Gefühle war und beobachten Sie, was gerade mit Ihnen geschieht.
Welche Gefühle hat das Verhalten des Gesprächspartners gerade in Ihnen ausgelöst? Vielleicht sind Sie frustriert, wütend, oder haben Angst? Fühlen Sie sich schuldig oder sind Sie angespannt?
Marshall Rosenberg selbst unterscheidet zwischen Primärgefühlen – also natürlichen, authentischen und unverfälschten Gefühlen und Pseudogefühlen bzw. Sekundärgefühlen – sogenannte vorgeschobene Gefühle.


3. Eigene Bedürfnisse erkennen – sie bereichern unser Leben


Oft stecken Gründe hinter emotionalen Reaktionen, beispielsweise wenn unser Partner zu spät nach Hause gekommen ist.
Vielleicht haben Sie sich Sorgen gemacht. Welche Bedürfnisse hatten Sie? Hätte ein kurzer Anruf vielleicht schon gereicht?
Eines steht fest, es handelt sich um ein unerfülltes Bedürfnis.


4. Bitten, ohne zu fordern


Im vierten und letzten Schritt geht es um die positive Handlungssprache, also um die Bitte, meine eigenen Bedürfnisse zu respektieren und diese zu erfüllen.
Sollte dies aus verschiedenen Gründen nicht möglich sein, suchen Sie nach einer gemeinsamen Lösung.


Wir sagen – probieren geht über Studieren. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

 

Über die Autorin:
Andrea Grün ist zertifizierter Business Coach, Trainerin DVNLP und beschäftigt sich mit den Themen Kommunikation, Teamentwicklung, Vertrieb – Marketing und agilen Methoden wie Design Thinking.

Zu Ihren Kunden gehören KMU’s, Einzelunternehmen und auch Einzelpersonen.
Sie hat 2008 ihr eigenes Start Up im Mechanical Engineering Bereich gegründet, das mittlerweile zu den führenden Technologieführern im Bereich "Digital Prototyping" gehört. Dort hat Sie hat den Bereich Marketing und Vertrieb verantwortet. Seit 2014 ist sie fester Bestandteil bei x-emotion.
Privat ist sie verheiratet, hat 2 Kinder und wohnt im wunderschönen Saarland.