Die Transaktionsanalyse

die Psychologie hinter der Kommunikation ist für Führung und Verkauf essentiell

Warum verhalten sich Menschen wie zueinander? Was passiert eigentlich in der Kommunikation? Wie kommt es bei Interaktionen zu Missverständnissen? Wer in mir spricht gerade mit mir? Wie alt bin ich gerade?


Es geht um das Eltern - Ich, das Kind -  Ich und das Erwachsen - Ich


Dazu später mehr … zuerst ein paar Hintergründe.


Die Entschlüsselung menschlichen Verhaltens gehört zu den größten Mythen der Evolution. Täglich erhalten wir über die Medien eine Vielzahl an Theorien und Forschungsergebnisse unterschiedlichster psychologischer Untersuchungen. Viele der Modelle haben ihre Wurzeln in der Tiefenpsychologie. Andere hingegen gründen sich aus Theorien der humanistischen Psychologie und weitere Modelle kommen aus Überzeugungen der Verhaltenspsychologie.


Erste Untersuchungen zur Transaktionsanalyse machte Wilder Penfield, ein Neurochirurg aus den USA schon in den 50er Jahren. Dabei beobachtete er bei seinen Experimenten, dass elektrische Reizungen der Großhirnrinde Bilder und Vorstellungen bei den Versuchspersonen auslösten.


Die Transaktionsanalyse nach Eric Berne basiert auf den psychoanalytischen Forschungen und geht davon aus, dass wir Menschen aus drei Persönlichkeitsebenen heraus reagieren. Sie macht menschliche Verhaltensweisen erklärbar. Der Ich-Zustand, also die Persönlichkeit eines Menschen ist ein Zusammenwirken von Gefühlen, Denkmustern und Verhaltensmustern.

 

Diese Ich – Zustände haben wir bereits in unserer Kindheit entwickelt und sie sind bei uns allen unterschiedlich und individuell ausgeprägt.


Sogenannte Transaktionen machen Charaktereigenschaften und die psychischen Struktur eines Menschen erkennbar und wir können aufgrund dessen die Kommunikation für ein besseres Miteinander positiv gestalten.


Das Ziel der Transaktionsanalyse ist eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Das ICH in der Transaktion

Kind-Ich
Die Gedankengänge und die daraus basierenden Gefühle basieren auf Erlebnissen aus der eigenen Kindheit.
Die Verhaltensweisen sind rebellisch, natürlich und angepasst.
Die Handlungen und Kommunikationsmuster auf dieser Ebene sind einfallsreich, phantasievoll und intuitiv, wir reagieren manchmal auch uneinsichtig, trotzig – wir sind albern und unsicher.

Die Ebene des Kind- Ich sollte im beruflichen Umfeld in kreativen Prozessen zum Ausdruck gebracht werden.

Körpersprachliche Anhaltspunkte

  • Heulen
  • Schmollen
  • Wutausbrüche
  • Mit den Achseln zucken
  • Betteln
  • An den Nägelkauen

 aber auch

 

  • Die Augen rollen
  • Lachen
  • Kichern
  • Grimassen schneiden
  • Zunge rausstrecken u.ä.

 

 

Eltern-Ich
Das Verhalten in diesem Ich- Zustand basiert auf dem  Verhalten, Denken und Fühlen nach dem Vorbild der Eltern aus der Kindheit. Oder aber auch nach dem Leitbild anderer wichtiger Bezugspersonen.
Laut Eric Berne trägt jeder die Persönlichkeitsanteile seiner Eltern mit sich herum.
Wenn wir kommunizieren, äußert sich das oft durch bevormunden, oder wir sind kritisch, auf der anderen Seite allerdings auch beschützend und fürsorglich.
Oft werden hier auch die Höflichkeitsregeln überschritten.
Kommunikation, bei der nur ein Gesprächspartner auf der Eltern – ich Ebene spricht, führt oft zu Konflikten und löst bei dem Gesprächspartner eine Reaktion auf der Ebene des Kind – Ich aus.
Spricht nur einer der beiden Gesprächspartner auf der Ebene des Eltern-Ich, kann dies zudem beim Gesprächspartner eine Reaktion auf der Ebene des Kind-Ich auslösen.
Die berühmte Frage in der Kommunikation: „WARUM“ empfindet das Kind –Ich z.B.  als Vorwurf oder als Aufforderung, sich zu rechtfertigen.

Körpersprachliche Anhaltspunkte

  • Die Stirn in Falten legen
  • der ausgestreckte Zeigefinger
  • die gespitzten Lippen
  • gerunzelte Augenbrauen
  • mit der Zunge schnalzen
  • seufzen
  • die mütterliche Umarmung
  • auf die Schulter klopfen

 

Erwachsenen-Ich
In diesem Zustand reagieren wir auf das Denken, Fühlen und Verhalten aus unseren eigenen Möglichkeiten und Potenzialen, die uns gerade zur Verfügung stehen.
Das Erwachsenen-Ich ist gut entwickelt und kann die meisten Situationen sachlich und objektiv sehen. Wir kommunizieren mit unserem Gesprächspartner respektvoll, gleichberechtigt und wir verhalten uns sachlich, logisch und konstruktiv.
Diese Ebene ist die beste Vorraussetzung für eine ebenbürtige und gelungene Kommunikation. Begegnen sich Gesprächspartner auf der Ebene des Erwachsenen – Ich, ist ein produktives Ergebnis durch eine gelungene Kommunikation, basierend auf Akzeptanz und Respekt möglich.
Das Ganze ist uns meistens gar nicht bewusst.
Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, sind immer auch die verschiedenen Ich-Zustände beteiligt. Diese Verhaltensmuster sind uns gar nicht bewusst. Sie zeigen sich nicht immer, sondern können sehr versteckt ablaufen.

Aus diesen unterschiedlichen "Ich-Zuständen" unterscheidet das Transaktionsmodell vier mögliche Grundaxiome.

 

Ich bin o.k., du bist o.k.
Bei dieser Lebenseinstellung geht man wertschätzend mit sich selbst um. Unsere Mitmenschen erhalten von uns ebenfalls Respekt. Die daraus entstehende Grundhaltung ist positiv und die Kommunikation ist konstruktiv. Es wird lösungsorientiert gehandelt und es entsteht eine echte Win Win Situation.

Ich bin nicht o.k., du bist o.k.
Die Gefühle Ohnmacht und Hilflosigkeit sind bei dieser Haltung dominierend. Man fühlt sich selbst schlecht und minderwertig, auch im Kontext mit anderen Menschen. Selbstabwertung und ein Unterlegenheitsgefühl begleitet diese Grundeinstellung. Mitmenschen werden beneidet und bewundert.

Ich bin o.k., du bist nicht o.k.
Hier ist man selbst von sich so überzeugt, dass man anderen Menschen überlegen ist. Gesprächspartner werden abgewertet, mit dem Ziel sich selbst aufzuwerten. Menschen mit diesen Eigenschaften unterdrücken ihre Mitmenschen, demütigen und ärgern sie. Hier lautet die Devise: Du bist Schuld.


Ich bin nicht o.k., du bist nicht o.k.
Diese Grundhaltung macht es einem richtig schwer, Freude zu empfinden, nicht in seinem Leben, noch für andere. Alles wird extrem abgewertet. Man hat kein Vertrauen in sich und auch nicht in seine Mitmenschen. Das Motto: Alles ist eh nicht wichtig ist hier vorherrschend.


Wichtig: Menschen sind nicht ihre Grundhaltung! Jeder von uns hat alle Haltungen in sich. Die Anteile sind von Erlebnissen in unserer frühen Kindheit abhängig. Erwachsene, die z.B in ihrer Kindheit oft kritisiert wurden wachsen oft in dem Glauben nicht ok zu sein auf.

Arten der Transaktion

 

Eric Berne unterscheidet drei Basis Muster der Transakationen. Für eine Analyse zwischenmenschlicher Kommunikation, ist es sinnvoll, sich diese grundlegenden Transaktionen bewusst zu machen.

 

1. Die Parallele Transaktion

Der optimale Zustand in der Kommunikation ist die paralelle Transaktion. Die Kommunikation könnte gar nicht besser sein.. Die Erwachsenen-Ich-Ebene ist die optimale Voraussetzung für  Teamsitzungen, Kundengespräche, Arbeitstreffen, Konferenzen -  alles, was den Arbeitskontext betrifft. Auf der Eltern-Ich-Ebene haben Mitarbeiter und Manager ähnliche  Wertvorstellungen, sie verstehen sich, weil sie auf der gleichen "Wellenlänge" sind.
Die Kommunikation und die Interaktion von zwei Personen auf dieser Ebene basiert aus demselben Zustand heraus. Dieser Zustand ist einer der Wünschenswertesten, denn das Reizreaktionsmuster, also Gestik, Mimik und Körperhaltung laufen paralell, ergänzen sich und bieten eine gute Basis für ein Gespräch.

 

2. Die Überkreuztransaktion

Was aber nun, wenn die Leute nicht miteinander reden können und keine wirkungsvolle Kommunikation entsteht?
Die Überkreuztransaktionen beschäftigt sich mit dem Tatbestand, dass ein Gesprächspartner nicht aus dem gleichen Ich-Zustand heraus reagiert. Die Folge ist eine mangelhafte Kommunikation. Wenn einer der Beteiligten aus einem anderen Ich-Zustand reagiert, wenn Reiz und Reaktion sich im Transaktions-Schema überkreuzen, wird die Kommunikation unterbrochen.

 

3. Verdeckte Transaktion
Bei der verdeckten Reaktion verhält sich der Sender nicht kongruent, die gesprochenen Worte (verbale Kommunikation) weichen von dem ab, was wirklich gemeint ist und harmoniert nicht mit der Körpersprache (nonverbale Kommunikation).
Es eröffnen sich zwei Ebenen, die Sachebene, also das,  was wirklich gesprochen wird und die psychologische oder auch Beziehungsebene genannt, die die eigentliche Kongruenz darstellt.

 

Also kurz gesagt,  „Der Sender meint etwas anderes als er sagt und oft sind Missverständnisse vorprogrammiert.
Für den Empfänger wird unklar, welcher Teil der Botschaft entscheidend ist.

 

"Gesagt heißt nicht immer gesagt,
gesagt heißt nicht immer gehört,
gehört heißt nicht immer verstanden,
verstanden heißt nicht immer einverstanden,
einverstanden heißt nicht immer angewendet,
angewendet heißt nicht immer beibehalten." (Konrad Lorenz)


Über die Autorin:
Andrea Grün ist zertifizierter Business Coach, Trainerin DVNLP und beschäftigt sich mit den Themen Kommunikation, Teamentwicklung, Vertrieb – Marketing und agilen Methoden wie Design Thinking.

Zu Ihren Kunden gehören KMU’s, Einzelunternehmen und auch Einzelpersonen.
Sie hat 2008 ihr eigenes Start Up im Mechanical Engineering Bereich gegründet, das mittlerweile zu den führenden Technologieführern im Bereich "Digital Prototyping" gehört. Dort hat Sie hat den Bereich Marketing und Vertrieb verantwortet. Seit 2014 ist sie fester Bestandteil bei x-emotion.
Privat ist sie verheiratet, hat 2 Kinder und wohnt im wunderschönen Saarland.